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12 Paul Gerhardt-Lieder in neuen Arrangements. Alle Liedtexte im Booklet.
1. Befiehl du deine Wege 3:55
2. Die güldne Sonne 2:46
3. Du, meine Seele, singe 4:52
4. Fröhlich soll mein Herze springen 4:37
5. Geh aus, mein Herz, und suche Freud 3:10
6. Ich bin ein Gast auf Erden 5:24
7. Ich singe dir mit Herz und Mund 4:16
8. Ich steh an deiner Krippen hier 5:16
9. Lobet den Herren alle, die ihn ehren 7:03
10. Nun ruhen alle Wälder 4:52
11. O Haupt voll Blut und Wunden 6:09
12. Wie soll ich dich empfangen 2:49
Arrangements, Gitarre, Klavier, Gesang: Matthias Menzel
Zusätzliche Gitarren/Bässe und Mix: Ben Schadow
Duett-Gesang: Madeleine-Charlotte Menzel-Sovkov
Seuchen, Kriege, Kriegsgeschrei, Arbeitsplatzverlust aufgrund persönlicher Überzeugung - wer sagt, dass Paul Gerhardt (1607-1676) nicht mehr zeitgemäß ist?
Paul Gerhardt steht an der Krippe, vor dem Kreuz, dem leeren Grab, inmitten der Schöpfung.
Er sieht das Wesentliche. Kein Wort zu viel, keines zu wenig. Ob Morgen, Abend, Tag und Nacht, Natur, Jahreszeiten, den Himmel, die Ewigkeit, sie alle haben ihn zu ihrem Erzähler erwählt, flüstern ihm Worte zu,
vertrauen ihm Geheimnisse an. Und er macht daraus Gedichte.
Seine Quelle sprudelt auch inmitten des persönlichen Leids, der Trauer, der Verzweiflung, der Angst und macht ihn zum Überwinder, zum Aufschauer auf den, der ihm alles ist - Quelle, Weg und Ziel in einem: Jesus.
Und musikalisch? Die ursprünglichen Melodien sind erhalten geblieben, lediglich zu „Ich bin ein Gast auf Erden“ musste, um eine Dopplung zu vermeiden, eine eigene herhalten. Ich habe versucht, das allzu Vertraute meiner eigenen Kirchenmusiker-Routine zu entreißen. Nach vier Jahrzehnten auf Orgelbänken hat sich da einiges festgefressen.
Und so habe ich meinen Paul Gerhardt befreit und dabei so viel Neues an ihm entdeckt. Immer wieder. Das macht eben literarische Meisterwerke aus, man kann sie nie ganz erfassen.
Das gilt auch für die Gitarrenklänge, die Ben Schadow hinzugefügt hat. Ohne diese wäre es nicht das geworden, was es nun ist.
Und so klingt die Adventszeit (Wie soll ich dich empfangen) diesmal so, wie sie in meinem Erleben ist, nämlich hektisch! Ein Hirte verlässt den Stall, nachdem er etwas schier Unglaubliches erlebt hat und zieht jubelnd und tanzend in die Nacht (Fröhlich soll mein Herze springen).
Aus den Morgenliedern (Die güldne Sonne, Lobet den Herren) leuchtet für mich der Zauber eines neuen Tages.
Hört man die Sonnenstrahlen? Die Leichtigkeit des Sommers, das Staunen über Gottes Güte, das Vertrauen auf seine liebevolle Führung und das Erwarten einer fast unaussprechlichen Seligkeit in der Vollendung allen Seins -
tja, es braucht ein bisschen Fantasie für „Meinen Paul Gerhardt“.